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Konferenzbereich bei der IG-Metall im Frankfurter Main-Forum
(aus der Fachzeitschrift Prosound, 2005)

Das Main-Forum wurde am ehemaligen Standort der IG-Metall Vorstandsverwaltung in unmittelbarer Nähe des Mainufers im Frankfurter Bahnhofsviertel als 22-stöckiges Büro- und Wohnhochhaus erbaut, das von einem fünfgeschössigen Ringgebäude umgeben ist. Seit kurzem beherbergt das Main-Forum wieder die IG-Metall als Hauptmieter. Der Umzug aus den alten Räumlichkeiten in Frankfurt-Niederrad (Bürostadt) erfolgte im Frühjahr/Sommer diesen Jahres, die Eröffnung im Main-Forum konnte Mitte Juni gefeiert werden. Zur Ausstattung der neuen Zentrale gehört auch ein ca. 1.000 m² großer Konferenzbereich mit flexibel nutzbaren Konferenz- und Seminarräumen sowie modernster Medientechnik, der auch externen Mietern zur Nutzung zur Verfügung steht.

Auftraggeber für das Projekt war die IG Metall in Frankfurt. Generalunternehmer für die bauliche Ausstattung des Main-Forums war die Hochtief AG, die Planung der medientechnischen Ausstattung übernahm das Büro Reuter & Rührgartner aus Rosbach vor der Höhe.

Den Auftrag für die Lieferung und Installation der medientechnischen Einrichtungen erhielt SCREEN. New Technologies GmbH, als Unterauftragnehmer war Landau-Electronic für die Tonanlage und die Programmierung von Mediensteuerung und DSP-Systemen zuständig.

Der Konferenzbereich im Main Forum besteht im wesentlichen aus zwei großen Konferenzräumen, die auf der einen Seite für Tagungen, Schulungen und Seminare (Konferenzraum Nord) - auch von externen Mietern - und auf der anderen Seite für Vorstandssitzungen (Konferenzraum Süd) genutzt werden.

Konferenzraum Nord

Im Zuge der Konzeption des Konferenzbereiches wurde in einem ersten Planungsabschnitt der Konferenzraum Nord fertiggestellt. Wegen der Versammlungsstättenverordnung, die ab 200 Personen weitere Auflagen vorsieht, wurde dieser Konferenzraum für eine Kapazität von 199 Personen bei Vollraumnutzung ausgelegt. Es gibt hier eine festinstallierte Präsentationstechnik mit tageslichttauglichem Projektor (10.000 ANSI-Lumen), in die Wandfläche integrierte Beschallungsanlage, eine drahtlose Diskussionsanlage sowie eine Dolmetscheranlage mit vier festen und vier mobilen Dolmetscherkabinen. Ein großer Teil der Zentralentechnik ist in einem Technikraum untergebracht, der auch als Regieraum dient. Da es von hier keine direkte Sichtverbindung zum Konferenzraum gibt, wurde in der Saalrückwand neben dem Projektor eine Domekamera installiert. Sie gestattet es einerseits, den Vortrag(enden) per MAZ mitzuschneiden und ermöglicht zudem dem Techniker in der Regie einen Sichtkontakt zum Vortragssaal herzustellen.

Blick in den Konferenzraum Nord, Raumteil 2.1 mit aufgebauter Projektion

Der Konferenzraum Nord ist mittels beweglicher Trennwände in bis zu drei Einzelräume trennbar. Eine Trennlinie liegt etwa im vorderen Drittel und teilt den großen Raum in zwei rechteckige Teile. Der hintere Teil ist mit einer zusätzlichen Trennwand ebenfalls teilbar, so daß sich daraus zwei kleinere, rechteckige Räume, z.B. für Seminare oder Besprechungen, ergeben. Insgesamt ist der Konferenzraum Nord also in fünf Konfigurationen nutzbar, wobei Nutzung der einzelnen Räume (2.x) die Regel (80% Anteil) ist:

1. ohne Trennwände: Raum 2
2. vorne: Raum 2.1
3. hinten, Fenster: Raum 2.2
4. hinten, Flur: Raum 2.3
5. hinten, zusammen: Raum 2.4

In der großen Konfiguration kommt für die Aufprojektion eine Leinwand von ca. 4 x 3 m Größe zum Einsatz. Diese ist nicht fest eingebaut, sondern kann aus dem Stuhllager auf einem Fahrgestell in den Konferenzraum gerollt und dort mit einer vorbereiteten, normalerweise durch Abdeckplatten verdeckten Montageeinrichtung im Boden verbunden werden. Der zugehörige Projektor ist ein Eiki LC-XT3 mit einer Nenn-Lichtleistung von 10.000 ANSI-Lumen, der in die Rückwand des großen Konferenzraums unterhalb der Dolmetscherkabinen im Doppelboden integriert ist und daher bei Nichtbenutzung nicht auffälIt. Die Kühlung erfolgt mittels zweier Umluft-Kühlgeräte.

In alIen geteilten Nutzungsvarianten des Raumes ist diese Konfigurationen wegen der Trennwand nicht nutzbar. Was die Präsentationstechnik für die übrigen Raumvarianten mit Trennwänden angeht, ändern sich bei Aufteilung des großen Raumes die Projektionsrichtungen für die Teilräume. Diesem Umstand wird durch eine flexible präsentationstechnische Ausstattung Rechnung getragen:

An der bei Teilung entstehenden fensterseitigen Schmalseite des vorderen Raumteils gibt es die Möglichkeit, an der Fensterseite fest installierte Leinwände oder je nach Raumteilung und Bestuhlung eine verfahrbare Roll-Leinwand zu nutzen. Die zur Projektion gehörige Tonanlage wird neben den Leinwänden aufgebaut. Diese Leinwände sind entsprechend der Raumgröße kleiner als die Hauptleinwand und haben ein Format von 2,50 m x 2,50 m. Die Lautsprecher der Haupt-Tonanlage sind wegen der geänderten Projektionsrichtung natürlich nicht nutzbar. Daher werden mobile Lautsprecher, die optisch auf die Leinwandkonstruktion abgestimmt sind, über Bodentanks seitlich der Leinwand angeschlossen.

Sinngemäß wird auch beim Betrieb des hinteren Raumteils sowie bei dessen abermaliger Teilung verfahren. Der hintere Raum kann als Raum 2.2 betrieben werden, die Projektionsrichtung ist dann ebenfalls quer orientiert mit Leinwand an der Fensterfront.
Der Raum kann darüber hinaus nochmals geteilt werden, so daß Leinwand und Lautsprecher im so entstehenden Raum 2.3 an der Fensterfront verbleiben - die Projektion nun also in Querrichtung erfolgt. Raum 2.4 grenzt an den Flur und benötigt nun eine eigene Projektion. Projektionsrichtung ist hier in Längsrichtung des Raums mit einer vergleichbaren, mobilen Leinwand- und Lautsprecheraustattung.

In alIen diesen Teilkonfigurationen kommen projektorseitig spezielle Medienwagen zum Einsatz, die über einen integrierten, höhenverstellbaren Projektortisch und einen Zuspielerschrank verfügen. Als Projektor kommt hier ein leistungsfähiger Konferenz-raumprojektor vom Typ Sharp XG-V10WE mit einer Nenn-Lichtleistung von 4.700 ANSI-Lumen zum Einsatz. Diese Ausstattung ist auch für die Projektion bei nicht kompletter Verdunkelung geeignet, z.B. urn den Teilnehmern Notizen oder das Einsehen von Handouts zu ermöglichen.

 

Der Projektor selbst ist trotz hoher Lichtleistung noch problemlos von einer Person zu handhaben und eignet sich daher auch für einen Mobilbetrieb wie auf dem hier gezeigten Medienwagen. Für eine hohe Ausfallsicherheit ist der
XG-V10WE mit einem Doppel-Lampensystem ausgestattet. Bei geringerem Leistungsbedarf ist auch der Betrieb mit einer Lampe und automatischer Lampenumschaltung möglich, wodurch sich die Betriebsdauer ohne Lampenwechsel effektiv verdoppelt. Der Medienwagen ist mit den üblichen Zuspielern, z.B. DVD-Player und Videorecorder, ausgestattet, so daß eine autarke Projektion mit den lokal im Raum verfügbaren Mitteln möglich ist. Darüber hinaus verfügt jeder Medienwagen über eine KVM-Verlängerung, die über die hauseigene Cat.6-Verkabelung eine Video- und Keyboard/Maus-Verbindung zu einem von drei Präsentations-PCs im Techniktaum herstellen kann. Diese Präsentations-PCs sind an das IG- Metall-eigene Hausnetz angebunden, so daß Mitarbeiter ihre Präsentationen direkt auf diesen PCs zur Verwendung im Konferenzbetrieb ablegen können.

Projektionswagen mit
Sharp XG-V10WE
 

Die Bedienung der Präsentation erfolgt über die KVM-basierte Fernsteuerung in der für den Anwender gewohnten Weise mit Keyboard und Maus. Die Steuerung des jeweiligen Projektors sowie der Beleuchtungs- und Verdunkelungsanlage erfolgt über eine programmierbare Crestron-Mediensteuerung. Dazu später mehr.

Ton- und Beschallungstechnik
Die Beschallungsanlage fur die große Konfiguration ist in die Stirnseite des (ungeteilten) Raumes unsichtbar integriert. Die Lautsprecher sind große Zwei-weg-Systeme vom Typ Electro-Voice QRX 115, die von dem hinter der Stirnwand liegenden Trennwandlager aus rückwärtig in die Wand eingesetzt sind. Darüber hinaus ist derl Raum mit Bose-Decken- lautsprechern ausgestattet. Diese werden entsprechend der Raumaufteilung angesteuert. So gibt es hier bei Großraumnutzung zum Beispiel eine verzögerte Ansteuerung der hinteren Zonen, um die Richtungsortung auf den Vortragenden zu erhalten.

Bei den Nutzungsvarianten mit Raumteilung ist die große Hauptbeschallung natürlich nicht nutzbar, weil dann die Projektionsrichtung senkrecht zur Hauptbeschallungsrichtung orientiert ist, der Schall also für die Teilnehmer von der Seite käme.

Für aIle Teilraumvarianten werden daher separate Beschallungslösungen genutzt, die säulenförmige Lautsprecherkonstruktionen auf der Basis des Lautsprechersystems Tannoy i7 nutzt. Die Tannoy i7 ist eine sehr schlanke Zweiweg-Installationsbox, bestückt mit vier 10 cm Tiefmitteltonchassis und einem 25 mm Hochtöner. Dank der säulenförmigen Konstruktion eignet sich das System nicht nur von den äußeren Abmessungen her für eine platzsparende Beschallungslösung in Mediensystemen, vielmehr sorgt die linienförmige Lautsprecher-anordnung auch für eine breite horizontale und etwas stärker gebündelte vertikale Abstrah- lung, die für eine solche Anwendung ebenfalls wünschenswert ist. In dem vorliegenden Projekt wurde die Tannoy i7 in einen ebenfalls schlanken, säulenförmigen, aber soliden Standfuß integriert, so daß sie optisch nicht wie eine beigestellte Mobilbox, sondern als integraler Bestandteil des Systems wirkt. Zusammen mit der zugehörigen Mobil-Leinwand in passendem Design entsteht so eine gleichermaßen flexible, wie in die innenarchitektonische Gestaltung integrierte Beschallungslösung.

Regie- und Zentralentechnik

Dolmetschersystem Regie, Zentralentechnik für Präsentations- und Beschallungstechnik sowie die Dolmetscherkabinen befinden sich im 4. Obergeschoß. Die vier mobilen Dolmetscherkabinen können im hinteren Bereich des Konferenzraums Nord über Bodentanks angeschlossen werden. Die Zentralentechnik ist zusammen mit der Bild- und Tonregie in einem Technikraum in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Dolmetscherkabinen untergebracht, jedoch ohne direkten Sichtkontakt in den Konferenzraum. Abhilfe schafft hier die bereits erwähnte Domekamera mit einer Videoverbindung in die Regie sowie der im Touchpanel integrierten Lautsprecher.

Die Dolmetscheranlage wurde ebenfalls mit beyerdynamic-Systemen realisiert. Zum Einsatz kam hier das Simultan-Dolmetschersystem SIS auf Basis der Zentraleinheit SIS 121 und des Dolmetscher-Bedienpultes SIS 2102. Da beim Simultanübersetzen üblicherweise mit jeweils zwei Dolmetschern pro Sprache gearbeitet wird, die sich gegenseitig abwechseln, ist das SIS 2102 als Doppelpult für die Bedienung durch zwei Personen ausgelegt.

Ausgabeseitig kann das Dolmetschersystem entweder über die Drahtlos-Empfänger FE316 des beyerdynamic Translation- und Tour-Guide-Systems TTS oder aber über die Kopfhörerausgänge der Drahtlossprechstellen des MCW-D Systems betrieben werden.

Gestellschrank Zentralentechnik mit Crestron-Mediensteuerung, den drei Präsentations-PCs und Zuspielern

Ein Dolmetscherbetrieb ist natürlich nur in den Raumkonfigurationen sinnvoll, in denen die Dolmetscherkabinen Teil des Raumes sind, also für die Konfigurationen 2 (Großraum), 2.3 und 2.4.

Die Audiosignalverarbeitung übernehmen frei programmierbare DSP-Systeme vom Typ Biamp Audiaflex, die über Cobranet mit einer zweiten Technikzentrale im 3. OG vernetzt sind. Dort befinden sich unter anderem die Empfänger für die Dolmetscheranlage sowie die Audiokomponenten, die zur Tonausspielung über die Bodentanks dienen (z.B. für die mobilen Projektionssysteme).

Die Audia DSP-Systeme übernehmen im Zusammenspiel mit der Mediensteuerung auch das sogenannte "Room-Combining". Dabei geht es darum, daß sich bei der Aufteilung des großen Konferenzraums nicht nur die Projektionsrichtung und damit auch der Rednerstandort
ändert, sondern auch Lautsprechergruppen, die sich zuvor in einem Raum befunden haben, nun für die Beschallung von mehreren, getrennten, kleinen Räumen zuständig sind. Es ändern sich dabei sowohl die Audioquellen (Funkmikrofone, Zuspieler etc.) als auch die Ausspielwege - darüber hinaus aber ggf. auch die akustische Orientierung zum Redner bzw. zur Leinwand hin.

In der Praxis löst man das bei frei programmierbaren DSP-Systemen häufig so, daß man für die verschiedenen Raumkombination jeweils eigene Presets erstellt, die Signalrouting, -bearbeitung und ggf. die Bildung von Delayzonen umfassen. Diese Presets werden dann passend zur jeweils aktuellen Raumkonfiguration abgerufen, so daß die Einstellung der Tonanlage automatisch stimmt. Im vorliegenden Fall wird der Abruf dieser Presets über die Mediensteuerung aktiviert, die gerade aktuelle Raumkonfiguration bzw. die Postion der Trennwände über Wandkontakte ermittelt. Die Presets selbst sind natürlich Teil der Audia-Programmierung.

Obwohl das Audia-System ebenfalls eine Kontaktsteuerung erlaubt, ist hier der Weg über die Mediensteuerung insofern sinnvoll, als daß auch die Projektionstechnik - inklusive der Medienwagen - für die verschiedenen Konfigurationen von der Mediensteuerung verwaltet wird.

Diskussionsanlage
In Großraumnutzung ist für einen reibungslosen Tagungsbetrieb von der Raumgröße her eine Diskussionsanlage erforderlich. Installiert wurde hier eine digitate Diskussionsanlage vom Typ beyerdynamic MCW-D mit zwei Präsi dentensprechstellen sowie 18 Delegiertensprech-stellen. Darüber hinaus gibt es vier Sendestrecken für Funkmikrofone (z.B. Rednermikrofone), ebenfalls von beyerdynamic.

Mediensteuerung
Für die Bedienung der Präsentationsgeräte sowie sämtlicher Raumfunktionen
(Beleuchtung, Sicht- und Blendschutz, Fenstermanagement, Verdunkelungseinrichtungen) wurde ein programmierbares Mediensteuerungssystem von Crestron installiert. Die Zentrale befindet sich im 3. 0G und ist via Ethernet mit den anderen Komponenten verbunden. Als Zentraleinheit kommt eine Steuereinheit Crestron Pro2 zum Einsatz.

Als Bedienelemente werden ein großes, drahtgebundenes Touchpanel mit Video- und Audiovorschau vom Typ Crestron TPS-6000, auf den einzelnen Medienwagen WLAN-Touchpanels vom Typ TPMC-10 mit 10,4" TFT- Display sowie vier Wandeinbautableaus Crestron CT-1000 mit TFT-Farbdisplay und Softkeys genutzt. Die variable Raumkon- figuration hat natürlich auch Auswirkungen auf die Mediensteuerung. Die Wandtableaus dürfen beispielsweise bei Teilraumnutzung nur jeweils die Raumfunktionen in demjenigen Raumteil beeinflussen, in dem sie selbst sich befinden. Die Information über die aktuelle Raumkonfiguration wird über die bereits zuvor erwähnten Wandkontakte geliefert. Die Anbin- dung an die Lichtsteuerung erfolgt über ein EIB-Gateway. Bei den WLAN Touchpanels
TPMC-10 gibt es natürlich keinen so einfachen Weg der räumlichen Zuordnung. Sie sind allerdings dem jeweils genutzten Projektionswagen zugeordnet, so daß die Zuordnung Touchpanel - Empfänger eindeutig ist.

Im Bereich des Konferenzraums Nord gibt es ca. 20 Bodentanks, davon sind eine Reihe auch für Einspeisung und Auspielung von Audio- und Videosignalen sowie für den Anschluß
drahtgebundener Touchpanels geeignet. Die Verteilung dieserl Anschlußmöglichkeiten auf die verschiedenen Bodentanks wurde anhand der denkbaren Bestuhlungsvarianten konzipiert, so daß nicht aIle Bodentanks mit alIen Anschlüssen ausgestattet werden mußten.

Weitere Zuspieler
TV-technisch ist im Hause ein BK-Netz vorhanden, das allerdings nicht über ein klassisches Breitbandkabel, sondern ebenfalls über Cat.6-Kabel vom Typ Kerpen MegaLine 723 mit entsprechenden E-line-Komponenten verteilt wird. Für diesen Zweck kommt das System catTV-Panel und catTV-Balun yon Datwyler zum Einsatz. In Vorbereitung sind auch ein 8-kanal Audioserver und DVD-Recorder mit integrierter Festplatte für den Mitschnitt von Konferenzen bzw. Veranstaltungen.

Konferenzraum Süd

Konferenzraum Süd

Im Gegensatz zum Konferenzraum Nord ist der Konferenzraum Süd nicht für eine Fremdnutzung (Vermietung), sondern für die Vorstandsetage/Vorstandssitzungen vorgesehen. Die Bestuhlung ist U-förmig mit einer Tischreihe für den Vorstand an der Front des Raumes.

Da die Bestuhlung nicht geändert wird, konnten viele medien- und präsentationstechnische Einrichtungen fest bzw. kabelgebunden installiert werden, so zum Beispiel die Projektion und die Diskussionsanlage.

Im Konferenzraum Süd kommt eine Aufprojektion mit einem Leinwandformat von knapp unter 4 x 3 m zum Einsatz. Der Projektor ist in die Rückwand des Saals integriert, genutzt wird hier ein Eiki LC-XT3 mit einer Nenn-Lichtleistung von 6.500 ANSI- Lumen, was eine Restbeleuchtung für Notizen etc. zuläßt. Da die Vorstandsmitglieder mit dem Rücken zur Leinwand sitzen, sind ihre Tische mit versenkbaren TFT-Displays mit Edelstahlgehäuse von Element One ausgestattet. Diese sind motorisch aus dem Tisch heraus verfahrbar, treten also bei Nichtbenutzung nicht in Erscheinung. Ähnliches gilt auch für die Leinwand selbst, die von zwei seitlich verfahrbaren Holzpaneelen abgedeckt werden kann.

Auch für den Konferenzraum Nord gibt es einen Multimedia-PC, der ans Hausnetz angeschlossen ist und von den Vortragenden über die zuvor beschriebene KVM-Anbindung genutzt werden kann. Für die Steuerung von Projektion, Raumlicht und Verdunkelung wird auch hier eine Mediensteuerung von Crestron eingesetzt. Für die Bedienung dient ein Touchpanel Crestron TPS-6000 mit Videovorschau. Dieses Touchpanel ist hier fest angeschlossen, weil die Raumkonfiguration nicht verändert wird. Für lokale Zuspielungen gibt es einen kleinen Geräteschrank mit Zuspielern, der in der Medienwand integriert ist. Externe Zuspieler sowie efin Rednerpult können über Bodentanks angeschlossen werden, die Konfiguration erfolgt über das Touchpanel.

Bei der Hauptbeschallung für den Konferenzraum gibt es eine Besonderheit, die mit den Abdeckpaneelen für die Leinwand zusammenhängt. Im Projektionsbetrieb würden diese normalerweise Beschallungslautsprecher seitlich der Leinwand gerade verdecken.
Daher gingen die Planer einen (derzeit noch) ungewöhnlichen Weg und setzten die Paneele selbst als Flachmembranlautsprecher ein. Da die Optik der Paneele vom Architekten vorgegeben war, modifizierte man die regularen Panels in der Weise, daß in der benötigten Größe die Materialstärke von hinten auf die gewünschte Dicke abgefräst wurde und man Schwingungserreger von ML-Audio auf die so entstandene dünne, schwingungsfähige Holzplatte aufbrachte. Anschließend wurde der schwingungserregende Bereich mit Dammmaterial gekapselt. Die Signalaufbereitung inklusive der ggf. erforderlichen Entzerrung der so entstandenen Flachlautsprechersysteme erfolgte im Audiaflex DSP-System.
Ergänzt wird diese Frontbeschallung durch zwei Subwoofersysteme von Bose hinter der Leinwand sowie Bose-Deckenlautsprecher.

Da die Bestuhlung im Konferenzraum Süd nicht verändert wird, kann hier eine drahtgebundene Diskussionsanlage zum Einsatz kommen. Ausgewählt wurde hier die MCS100 von beyerdynamic. Jedes Vorstandsmitglied hat eine eigenes Mikrofon, die Delegierten bzw. Beiräte teilen sich jeweils zu zweit eine Sprechstelle.

Zusätzlich zu den kabelgebundenen Mikrofonen gibt es noch eine zweikanalige UHF-Mikrofonanlage von beyerdynamic mit einem Ansteckmikrofon mit Taschensender und einem Handsender.

Foyer

Das Foyer wird in erster Linie für Pressekonferenzen und Empfänge genutzt. Beschallung und Projektion erfolgt hier auf mobiler Basis. Es gibt eine transportable Rückprojektions-scheibe, die mit einem Eiki LC-XT3 (6.500 ANSI-Lumen) betrieben wird sowie eine mobile Beschallungsanlage mit Nexo-Lautsprechern. Die Projektoren wurden mobil ausgelegt, da der optimale Projektorstandort für die Rückprojektion als Büroraum genutzt wird, so daß eine Festinstallation nicht in Frage kam. Für die Ansteuerung gibt es mobile Audio-, Video- und Lichtracks, die die notwendigen Zuspieler sowie Signalverarbeitungs- und Steuerkompo- nenten enthalten. Für die Versorgung der Pressevertreter von Funk und Fernsehen gibt es eine Anbindung an einen Ü-Wagen-Anschlußkasten mit fünf Triax-Leitungen und insgesamt 10 BNC- und 20 Audio-Verbindungen sowie Interkom.

Zusammenfassung

Mit dem neuen Konferenzbereich im Main-Forum hat die IG Metall ein leistungsfähiges Werkzeug an die Hand bekommen, das sowohl für den internen Tagungs- und Veranstaltungsbetrieb, als auch für die Vermietung an externe Nutzer geeignet ist. Beide Nutzergruppen finden modernste, vernetzte Medientechnik gepaart mit flexibel konfigurier- baren Tagungsräumen vor, die auch den zukünftigen Anforderungen gewachsen sein wird.

Text: Dieter Michel

 

 
 
 
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